Das eigene Buchcover gestalten – Eine kleine Hilfe

Der Weg zum eigenen Buch ist lang und anstrengend und besteht aus mehr, als nur dem eigentlichen Schreiben. Ein zusätzlicher Bestandteil, dem wir uns heute widmen, ist die Gestaltung des passenden Covers. Cover-Designer und Grafik-Experte Marcel Fenske-Pogrzeba erklärt uns, auf was man bei der Cover-Erstellung achten sollte.

Wie das Sprichwort “Kleider machen Leute” schon sagt, solltest du das äußere Erscheinungsbild deines Buches nicht außer Acht lassen. Denn egal, wie gut der Inhalt ist, das Cover ist in mehr als 90% der Fälle der erste Kontakt, den potentielle Leser mit deinem Buch haben werden. Deshalb sollte es sie auch direkt abholen und zum Kauf verleiten. Aber wie?

Es gibt nicht das perfekte Cover

Bevor du dich überhaupt mit der Gestaltung deines Covers beschäftigst solltest du dir eine Sache bewusst machen. Du wirst nicht jeden zufrieden stellen können. Geschmäcker sind sehr verschieden und nicht jedem wird gefallen, was er oder sie sieht. Lass dich aber nicht davon verschrecken, denn wichtig ist, dass das Cover den Leuten gefällt, denen auch der Inhalt zusagt.

Lege fest, wen du erreichen willst

Aus diesen Gründen solltest du dir bewusst machen, für wen dein Buch ist. Thema Zielgruppe. Wie die meisten Bücher wird dein Buch mehrere Themen behandeln und damit verschiedene Leser und Interessen ansprechen. Für dich ist wichtig zu wissen, welches der behandelten Themen das Hauptthema ist, mit dem du an den Leser herantreten willst. Womit willst du die Aufmerksamkeit auf dich ziehen? Wenn du weißt, was dein Buch aussagen soll, dann kannst du daraus darauf schließen, welchen Leser dein Buch hauptsächlich gefallen wird. Und nur auf diese Zielgruppe solltest du dich konzentrieren.

Sei dir deiner Stärken und Schwächen bewusst

Nicht jeder kann alles. Und das ist auch gar nicht nötig. Wichtig ist, dass du weißt, was du kannst du was nicht. Wenn du dir sicher bist, dass du mit Grafikprogrammen umgehen kannst und genug von Gestaltung verstehst, dann mache dein Cover selbst. Das gibt deinem Buch zum einen einen persönlichen Touch und zum anderen spart es dir ein wenig Geld. Solltest du dir aber nur ein klein wenig unsicher sein, dann überlege, ob du die Gestaltung nicht an jemanden abgibst und eher beratend zur Seite stehst.

Worauf du bei der Gestaltung achten solltest

Egal, ob du alleine gestaltest oder jemanden beauftragst, es gibt grundsätzliche Sachen, auf die du achten solltest.

Beschränke dich auf wenige Elemente

Wie gesagt, dein Buch beinhaltet sicherlich mehr als ein Thema. Und du solltest dir klar machen, dass du nicht alle Aspekte des Inhalts mit dem Cover wiedergeben kannst. Konzentriere dich deshalb auf dein Hauptthema und mache es zum Zentrum deiner Gestaltung. Das heißt im Klartext:

  • verwende maximal 1 Motiv
  • verwende maximal 2 Farbgruppen
  • verwende maximal 3 Schriften

Dies sind klare Richtlinien, die es dir einfacher machen, besonders, wenn du das erste Mal ein Cover gestaltest. Je mehr du dich am Anfang einschränkst, desto besser wird deine Gestaltung. Wenn du sehr viel Erfahrung hast und es zum Thema deines Buches passt, dann kannst du diese Richtlinien natürlich auch durchbrechen. Ein Beispiel wäre hier in Typografiebuch mit hunderten verschiedenen Schriften.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Beispiele, zeigen deutlich was passiert, wenn man sich nicht an diese Richtlinien hält. Das linke Cover ist unfokussiert und tut sich schwer seinen Inhalt zu vermitteln. Auf den ersten Blick ist nicht einmal klar der Titel vom Untertitel zu unterscheiden. Im rechten Beispiel gibt es ein eindeutiges Motiv und einen Titel, der groß genug und eindeutig ist. Beide überschneiden und behindern sich nicht, sondern geben einander genug Raum um zu wirken.

Gestalte auch für kleine Formate

Im digitalen Zeitalter wird dein Buch nicht nur im Buchladen im Regal stehen sondern auch in Online-Shops auftauchen. Dort wird das Cover um einiges kleiner sein. Behalte also immer im Hinterkopf, dass Titel, Autor und Motiv auch auf sehr kleinem Raum und erkennbar und leicht zu identifizieren sein müssen. Braucht man länger als eine Sekunde, um herauszufinden, worum es sich bei dem Buch handelt, dann solltest du nochmal über die Gestaltung nachdenken.

Denke an die Rückseite

Auch wenn die Front der erste Kontakt ist, kann die Rückseite beim Kauf unterstützen. Eine kurze Beschreibung, Zitate oder Bewertungen von Zeitungen und Blogs geben dem Leser vielleicht den zusätzlichen Push, um dein Buch zu kaufen. Eine leere Rückseite wirkt hingegen unvollständig und unprofessionell.

Sei vorsichtig mit weißem Hintergrund

Online-Shops haben vorwiegend weiße Hintergründe und nicht alle von ihnen legen einen Rahmen oder Schatten um die Buchcover. Das bedeutet, falls du ein weißes Cover haben möchtest, dass es unter Umständen wie im Beispiel mit dem Hintergrund des Shops verschmilzt. Das mildert eindeutig deine Verkaufschancen. Um das zu umgehen hast du zwei Möglichkeiten. Entweder benutzt du eine helle Farbe (grau, gelb, etc.) oder du legst einen grauen Rahmen um dein Cover.

Achte auf die Bildqualität

Dein Buch soll gedruckt werden und im Druck wird eine höhere Auflösung benötigt, als auf dem Bildschirm. Das heißt, ein Cover, dass auf deinem Rechner gut aussieht kann im Druck plötzlich verpixelt und unscharf aussehen. Um dieses Problem zu umgehen solltest du nur Bilder mit einer hohen Auflösung verwenden. Mit der folgenden Formel kannst du dir ganz einfach ausrechnen, welche Auflösung das benötigte Bild mindestens haben sollte:

Allgemein: Breite des Bilder * 118

A4: 21cm * 118dpcm ≈ 2500 Pixel

Hole dir Feedback

Wie bereits am Anfang besprochen solltest du dein Cover auf eine Zielgruppe ausrichten. Um herauszufinden, ob deine Idee auch in die richtige Richtung gehen solltest du dir regelmäßig Feedback holen. Hierbei solltest du zum einen darauf achten, dass du die Entwürfe jemanden zeigst, der ungefähr deiner Zielgruppe entspricht und dass du ihn oder sie nicht vorher beeinflusst. Aussagen wie “Mir gefällt diese Variante, was sagst du?” sind als tabu.

Habe keine Angst auch mal abzuschauen

Dein Buch ist nicht allein auf dem Markt und vor dieser Tatsache solltest du keine Angst haben, sondern sie dir zu Nutze machen. In fast allen Fällen wird es bereits ein Buch geben, dass deinem Genre und Thema ähnlich ist. Studiere die Konkurrenz und finde heraus, was potentielle Leser erwarten. Dann entscheide dich, ob du diesen Erwartungen entsprechen möchtest oder genau das Gegenteil tust, um Aufmerksamkeit zu erhalten.

Fazit

Zum Abschluss bleibt nur zu sagen, dass es am Ende immer noch dein eigenes, persönliches Buch ist. Also lass dich inspirieren, aber verbiege dich nicht. Mach aus deinem Cover etwas eigenes, unverwechselbares.

Du suchst gerade eine Möglichkeit, ein professionelles Cover zu erstellen? Dann nutze doch unsere Kooperation mit 99designs. Dort kannst du dir schnell und leicht ein tolles Cover gestalten lassen und bis Ende Juni gibt es 29€ Rabatt auf jedes Buchcover.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s