Tipps und Tricks zur Figurenentwicklung

In der zweiten Woche des NaNoWriMo haben wir gleich nochmal einen tollen Schreibtipp für euch. Diesmal von unserer Autorin E.C. Kuckoreit, die euch hilfreiche Tipps gibt, wie man lebendig wirkende Figuren und Protagonisten mit Tiefgang entwickeln kann. 

Hallo liebe Schreibende,

oft haben wir bei einer Idee zu einer Geschichte auch schon ganz konkrete Vorstellungen unserer Hauptfiguren gefunden. Doch dann stehen wir vor der Aufgabe, weitere Figuren zu entwickeln und diese sollen nicht zu klischeehaft oder zu flach wirken und für die weitere Handlung eine Bedeutung haben.

Damit stehen wir manchmal vor der Frage, wie können wir Protagonisten mit Tiefgang entwickeln? Wie gelingt es, weitere lebendig wirkende Figuren zu entwerfen?

restaurantEin Trick wirkt fast immer. Stellt euch vor, ihr geht mit dieser Person essen und malt euch dafür die ganze Szene aus. Von der Kleidung über den Zeitpunkt, zu der Platz- und Essenswahl bis zu dem Tischgespräch und dem Bezahlen. Achtet auf die Stimmung, die eure Figur hat und ihre Reaktionen auf euch. Wenn es dann noch gelingt, diese Eigenschaften und Verhaltensweisen in die Situationen eurer Geschichte zu übertragen, habt ihr eine der schwierigsten Hürden genommen.

Dieses Vorgehen wirkt nicht nur für die Hauptfiguren. Ganz spannend wird das Ganze, wenn ihr euch Gestik, Mimik und Haltung vorstellt und später versucht, diese Haltungen selbst so genau wie möglich einzunehmen. Versucht einmal, wie das andere Geschlecht zu gehen und spürt die Unterschiede, die sich gefühlsmäßig entwickeln, wenn man anders geht.

Facetten zwischen Freude und Ärger lassen sich mit ähnlichen Tricks ausarbeiten, ebenso verschiedenen Körperformen.

Eure Anstrengungen die Perspektive zu wechseln, machen jede Geschichte lebendiger. Egal, ob es darum geht, ob sie ihn kriegt oder der knifflige Auftrag gelöst wird oder eine Katastrophe alle Bemühungen zunichte macht oder zu machen scheint.

Je glatter eure Geschichte, desto weniger ausgefeilt dürfen die Figuren sein. Jedoch macht es einfach mehr Spaß, wenn auch Randfiguren eine eigene Persönlichkeit haben.

Ich wünsche euch viel Spaß mit euren Avataren und einen echten Flow beim Schreiben

eure E.C. Kuckoreit

P.S.: Weitere tolle und hilfreiche Schreibtipps findet ihr auch in unserer Autorenwerkstatt.

Zur Autorenwerkstatt

Ein Gedanke zu “Tipps und Tricks zur Figurenentwicklung

  1. Als Ergänzung findet ihr hier zwei Tipps:

    Meine Figuren vergleiche ich gern mit Materialien. Natalie Winter aus meiner Erzählung ist wie Seide. Seide ist weich und glatt, aber auch kühl (manche mögen das). Seide darf man nicht mit rauen Händen berühren! – Ihr Mann Walther ist wie Metall. Metall ist kalt, aber auch glänzend. – Michael Maronde ist wie Holz. Holz ist spröde, aber ein natürlich gewachsener Stoff. (In einem freien Text über das Material kann man wunderbare Ideen schöpfen, die die Figuren bereichern können.)

    Des Weiteren ordne ich jeder Figur einen Duft/Geruch zu. Für den Pfeife rauchenden Michael Maronde hatte ich eine Dose Tabak auf meinem Schreibtisch stehen. Immer, wenn ich aus seiner Perspektive geschrieben habe, habe ich zuerst die Dose geöffnet und den Duft inhaliert. Das hat mir geholfen, in seine Haut zu schlüpfen.

    Herzlich,
    Christiane Schünemann

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