Expertentipps Coverdesign (Teil 2)

Alexander Kopainski Coverdesign

Was muss ich bei Schriftart und -Größe bei der Erstellung eines Buchcovers beachten? Gibt es absolute Todsünden bei Covermotiven? Diese Fragen beantwortet unser Coverexperte Alexander Kopainski in unserem zweiten Teil unserer Interviewreihe.

Gibt es absolute NoGos/Todsünden bei Covermotiven?

Alexander Kopainski: Geschmäcker sind verschieden. Aus Lesersicht gibt es wahrscheinlich ganz andere NoGos als aus der Sicht eines Designers.

Ein paar meiner persönlichen NoGos sind folgende:

  • Wenn das Cover überhaupt nicht zur Story passt und in ein komplett anderes Genre abdriftet.
  • Copyrightverletzungen
  • Überladene (Schnörkel-) Schriften, die den Lesefluss behindern.
  • In 3D Programmen erstellte Personen, die wie echte Menschen wirken sollen, aber sehr unrealistisch aussehen.
  • Wenn man Schriften mittels Skalierung staucht oder streckt.
  • Selbstgemachte Cover ohne grundlegende Kenntnisse. Zur Übung ist es ganz gut, eigene Entwürfe zu erstellen. Steht man jedoch noch am Anfang mit seinem Know-How, würde ich davon abraten, den eigenen Entwurf als Aushängeschild für das Buch zu nutzen. Es empfiehlt sich hier immer, andere Designer um Rat zu fragen.
  • Diskriminierende Motive

Was sollte ich bei der Schriftart und Größe beachten?

Alexander Kopainski: Man sollte nicht mit der ersten Schriftart, die ganz gut aussieht, zufrieden sein. Die riesige Auswahl an Fonts sollte man nicht ungenutzt lassen! Es kann also gut sein, dass man ein paar Stunden nach der besten Schriftart sucht, bis es schlussendlich »Klick« macht. Die Schriftart sollte natürlich lesbar und zum restlichen Cover passend sein. Ebenfalls sollte man darauf achten, dass alle Buchstaben, die man benötigt, in der jeweiligen Schriftart vorhanden sind. Vor allem amerikanische Fonts stellen häufig keine Umlaute dar. Besonders gut ist es, wenn eine Schriftart viele Schriftschnitte (bold, semibold, italic, regular, light, condensed etc.) zu bieten hat, wodurch viele Gestaltungsmöglichkeiten offen bleiben.

Achtung! Bitte verwendet nicht zu viele verschiedene Schriftarten. Das lässt ein Cover schnell unprofessionell wirken. Mehr als zwei verschiedene Schriftarten sollte man nach Möglichkeit vermeiden. In Fließtexten (z.B. Klappentext) ist es ratsam, die Schriftgröße zwischen 10pt und 14pt anzulegen. Das entspricht etwa der normalen Schriftgröße bei längeren Texten.

Hier sehr ihr drei gelungene neobooks Cover, die mit verschiedenen Schriftarten und – Größen spielen.

Der Titel an sich kann mit einer größeren Schrift natürlich besser auffallen – aber größer ist nicht immer besser und manchmal möchte man den ersten Blick des Betrachters auf einen anderen Bereich ziehen. Es existieren sehr erfolgreiche Cover, die sich stark in der Schriftgröße der Titel voneinander unterscheiden. Eine kleinere Schrift kann oftmals edel und minimalistisch wirken. Reduziert man die restliche Bildgestaltung und möchte den Fokus auf die Schrift selbst legen, kann man so durchaus tolle Cover erstellen. Es kommt immer auf die restliche Komposition an, welche Schriftgröße man wählen sollte. DIE Schriftgröße für Buchtitel gibt es nicht.«

Welche rechtlichen Vorgaben gibt es bei Schriftarten?

Alexander Kopainski: Mit den rechtlichen Vorgaben bei Schriftarten verhält es sich ähnlich wie bei Bildmaterial. Hier gibt es auch kostenfreie, kostenpflichtige, kommerziell und nicht kommerziell nutzbare Schriften. Meistens enthält der Download-Ordner eine eigene Textdatei, in der genau steht, wozu man die jeweilige Schriftart nutzen darf. Ist man sich diesbezüglich nicht sicher, kann man den Designer, dessen Kontaktdaten häufig angegeben sind, selbst kontaktieren. Seriöse Websites, die (kostenpflichtige) Schriftarten anbieten, erklären sehr genau, was erlaubt ist und was nicht. Für Cover braucht man in der Regel das kommerzielle Nutzungsrecht.

Unser Experte:

Alexander Kopainski (*1996), sprachbegeisteter Reisefanatiker und vieldenkender Kreativling, studiert Kommunikationsdesign an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Seinen Weg zum Design hat er über selbstgestaltete Buchcover gefunden. Aus einer zunächst praktischen Problemlösung der Frage „Wo bekomme ich denn jetzt die Cover für meine Geschichten her?“ entstand eine Leidenschaft, die größer wurde, als die des Schreibens. Fotografien, Zeichnungen und oft surreale Fotomanipulationen zählen zu seinen freien Arbeiten, die man auch auf seiner Website (www.kopainski-artwork.weebly.com) finden kann.


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