Weihnachten mit der neobooks Community

Erst beginnt der Advent, dann ist (heute) Nikolaus und schon ganz bald ist Weihnachten. Viele, viele Feiertage, die oft auf ganz unterschiedliche Weise gefeiert werden, mit unterschiedlichen Bräuchen, mit und ohne Geschenke, allein oder gemeinsam,…

Wir möchten gerne mit Euch eine kleine Sammlung der schönsten, tollsten, langweiligsten, skurrilsten Weihnachtsbräuche und –Erlebnisse zusammentragen. Erzählt uns Eure Kindheitserlebnisse, von Euren alljährlichen Riten, Eure Geschichten rund um Advent, Nikolaus und Weihnachtstage.

Ihr könnt hier im Blog oder auch im Forum Eure Geschichten zum Besten geben, uns alle daran teilhaben lassen und am Ende das eine oder andere kleine Weihnachtsgeschenk gewinnen 🙂

Nein, es ist kein Schreibwettbewerb und es gibt keine Schreibvorgaben – postet einfach einen kleinen Beitrag.

Beginn: Ab sofort
Ende: Am 18.12.2011

Vom 19.12.2011 bis 22.12.2011 könnt Ihr im Forum Eure Lieblingsbeiträge wählen. Die 5 Beiträge, die Euch am besten gefallen haben, erwartet eine kleine feine Weihnachtsüberraschung. Und mal schauen, was das Christkind für alle anderen Teilnehmer noch übrig hat 🙂

Wir freuen uns auf die neobooks Community Weihnachtsstorys!
Euer Team neobooks


32 Gedanken zu “Weihnachten mit der neobooks Community

  1. Der krumme Weihnachtsbaum

    Mein Vater liebte unseren eigenen Wald heiss und innig. Sobald er eine freie Minute hatte, stapfte er in unser Wäldchen, schlug hier einen Baum, pflanzte dort einen und kam an diesen Tagen abgekämpft aber glücklich nach Hause.
    Drei Tage vor Weihnachten, und keinen Tag früher!, ging er jeweils in den Wald, um ein Weihnachtsbäumchen zu schlagen. Er kam jedes Jahr mit einem schiefen, krummen Exemplar zurück. Manchmal fehlten diesen Tännchen ganze Äste oder sie waren so verkrüppelt, dass wir sie mit einem Seil an der Decke festbinden mussten, damit sie nicht umfielen. Nach erfolgter Installation durften wir Kinder dann den Baum schmücken.
    Als ich meinen Vater einmal fragte, weshalb die Familien meiner Freunde stets einen tadellosen Weihnachtbaum hätten, und wir nur so schiefe Exemplare, sagte er mir mit verschwörerischer Miene: „Weißt du, mein Schatz, die krummen und schiefen Tannenbäumchen sollten einmal in ihrem Leben so fürstlich herausgeputzt werden, dass sie vor allen ihren Freunden damit prahlen können.“
    Ich fand das eine logische, ja, eine geradezu wunderbare Erklärung, und verteidigte daraufhin unsere krummen Dinger vor all meinen Freundinnen, die jeweils ein Kichern nicht unterdrücken konnten, wenn sie in unsere Wohnstube traten.

    Wir Kinder wurden gross, bekamen selbst Kinder und verbrachten das Weihnachtsfest seltener mit den Eltern. Aber immer empfing uns, wenn wir sie besuchten, ein Pendant zum schiefen Turm von Pisa.
    Mein Vater starb und die Tradition des krummen Weihnachtsbaums mit ihm. Vor ein paar Jahren, es war Weihnachten, sass ich mit meiner Mutter im Wohnzimmer und blickte wehmütig in die leere Ecke, in der früher unser Bäumchen gestanden hatte.
    „Mutti“, sagte ich zu ihr, „weißt du, was ich immer besonders rührend an unseren Weihnachtsbäumchen fand?“
    Sie verneinte und ich erzählte ihr von Vaters gutem Herz und seinem Mitleid mit den krummen Tännchen.
    Meine Mutter lächelte darauf hin und meinte: „Jetzt kann ich es dir ja sagen. Aber Vater hat immer die schiefen Bäumchen geschlagen, damit die geraden, schönen Tännchen besser wachsen konnten und mehr Licht bekamen.“
    Aber wisst ihr was? Wenn ich drei Tage vor Weihnachten, und keinen Tag früher!, auf den Weihnachtsmarkt gehe, suche ich mir stets das schiefste Bäumchen aus. Dasjenige, das ganz zuhinterst steht und an dem alle vorbeigehen.

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      1. Lach … ja, vermutlich dachte sie aber, ich sei jetzt stark genug für die Wahrheit. 😉

        Und das Faible für alles, was nicht perfekt ist, ist mir übrigens geblieben. 🙂

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    1. Was für eine schöne Geschichte. So geht es mir auch immer. Die Blumen, die schon fast vertrocknet sind, finden immer den Weg auf meine Fensterbank und dann bin ich ganz stolz, wenn doch noch was draus wird.

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    1. Danke, Mephista. Ich glaube, dass es sogar ein Märchen mit ähnlichem Inhalt gibt. Aber das kannte ich damals noch nicht … vielleicht hätte ich sonst meinem Vater seine Erklärung nicht einfach so abgenommen. 😉

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  2. Advent, Advent, die Tanne brennt!

    Mit achtzehn Jahren konnte ich zwei Zimmer neben der Wohnung meiner Eltern als meine erste eigene Bleibe nennen.
    Nachdem ich mich gemütlich eingerichtet hatte, stand auch schon das Weihnachtsfest vor der Tür. Selbstverständlich, wie ich es seit meiner Kindheit gewohnt war, mussten auch meine Räumlichkeiten geschmückt und mit einer Tanne bestückt werden. Und da ich es nun mal viel schöner und romantischer fand, wurden die Zweige mit echten Kerzen bedacht.
    Zur Vorsicht hatte ich einen mit Wasser gefüllten Eimer in unmittelbarer Nähe zur Fichte gestellt. Den ich zunächst aber nicht brauchte, da ich stets darauf achtete, dass keine Zweige in der Nähe der Flammen kamen und ich die Wachslichter nicht bis zum Ende brennen ließ.
    Doch je mehr die Tage verstrichen, umso trockener wurden die Nadeln und rieselten nach und nach zu Boden. Und dann passierte das kleine Unglück, was mich in Zukunft dazu veranlasste, auf Lichterketten umzusteigen.
    Ich lag gemütlich auf dem Sofa und verfolgte einen spannenden Film im Fernseher. Durch den Inhalt abgelenkt – ich versinke förmlich im Geschehen und bin in Gedanken mittendrin, statt nur davor – achtete ich nicht mehr auf die brennenden Dochte.
    Plötzlich knisterte es bedrohlich und schon stand ein Zweig in Flammen. Panisch sprang ich von der Couch auf, hechtete in Richtung Tannenbaum, griff mir den Eimer und konnte den kleinen Brand gerade noch rechtzeitig löschen, bevor Schlimmeres entstehen konnte.
    Aber der Schreck steckte mir noch tagelang in den Knochen. Nicht auszudenken, wenn der ganze Baum in Flammen aufgegangen wäre. Seit diesem Tag bin ich sehr vorsichtig im Umgang mit offenen Flammen. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer, lautet ein Sprichwort. Ich kann nur sagen: Da ist was dran! Und bitte liebe Kinder, nicht nachmachen.

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    1. Sorry, aber ich musste bei deiner Geschichte etwas schmunzeln, weil ich ähnliches vor vielen Jahren in meiner Kindheit erlebt habe und es damals üblich war, dass echte Kerzen den Baum zierten. Unser Baum brannte allerdings ziemlich weit herunter, weil wir Kinder andächtig und beinahe ehrfürchtig den brennenden Baum bestaunten und unsere erblindete Mutter nicht so schnell reagieren konnte. Erst, als unser Vater von unseren lauten Rufen aus dem Keller nach oben kam, wurde der Brand gelöscht. :-))

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  3. *hihi* Wie schön, dass Ihr mit macht. Zum Thema Weihnachtsbaum hätte ich auch noch was beizutragen, aber dazu morgen mehr – ich frag lieber erst noch einmal genau nach, wie das damals war 🙂
    VG

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    1. Bescherung

      Ratlos holte ich das dreibeinige Ungetüm aus der Schachtel. Sollte das ein Geschenk sein?
      Mein Vater bemerkte meine Enttäuschung und stellte das Metallding auf den Tisch. Er riss sich ein Haar aus und legte es auf das Glasscheibchen. Dann sah er durch das Guckrohr und drehte an einem Rädchen. Die Sorgfalt, mit der er alles ausführte, machte mich neugierig. Endlich durfte ich sehen, was er sah. Das Haar war so groß wie ein Regenwurm – und bunter. Wer hätte gedacht, dass meine Haare zackige, schillernde Röhren sind?
      Meine Schwester kam mit einer Prise Zucker. Lauter Quader, die in Regenbogenfarben leuchteten. Wie kommt es, dass der weiße Zucker unter diesem Mikroskop durchsichtig und bunt ist? Diese Frage konnte mir niemand beantworten. Ich lief durch das Zimmer, auf der Suche nach kleinsten Dingen. Dann kam mir die Idee. In der Küche waren noch die Hostien, die wir zum Makronenbacken benutzt hatten. Meine Mutter hatte es aufgegeben, mir zu erklären, dass dies keine Hostien, sondern Oblaten waren. Hostien gab es nur in der Kirche, Hostien waren geweiht, und nur die enthielten den Leib Christi. Das konnte ich nicht verstehen. Die Dinger sahen genauso aus, wie jene, dir mir der Priester auf die Zunge legte. Das erfüllte mich jedes Mal mit Stolz, und nun sollte ich mit einem Löffel Makronenpampe auf den Leib Christi klatschen. Dass dies nicht der Leib Christi sein sollte, konnte ich erst recht nicht verstehen, als Mutter die Ofentür öffnete und mit einer Stricknadel in eine Makrone pikste, um zu prüfen, ob sie schon durchgebacken war. Ich sah diesen römischen Soldaten vor mir, der Jesus mit der Lanze stach.
      Schließlich gab sie mir eine Ob-la-te aus der Packung im obersten Fach des Küchenschranks, die ich unter das Mikroskop legen durfte. Ich sah ein feines Gittermuster, das auch hier und da schillerte – nur Jesus war nicht zu erkennen. Nach der fünften Oblate war Schluss. Die Packung wanderte zurück in den Schrank. Jesus wohnte wieder hinter der Maggiflasche.

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      1. Was bedeutet der Hinweis: Dein Kommentar muss noch moderiert werden. Ich habe keine Ahnung. Kann mir jemand helfen?
        Danke
        Melanie

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      2. Liebe Melanie, ich konnte deine anfängliche Ratlosigkeit über das „unbekannte Ding“ und die anschließende Neugier auf der ständigen Suche nach noch kleineren Gegenständen so richtig nachempfinden. Göttlich auch die Sache mit der „Hostie“.
        Ich habe heute noch immer gern ein paar Lupen zu Haus,
        die ich neugierigen Kindern schenke, damit sie die Welt entdecken können. Eine schöne Geschichte :-)))

        Weihnachtliche Grüße sendet dir Rebecker

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  4. Einige Jahre spielte ich mit großer Leidenschaft an Heiligabend den Weihnachtsmann für die Kinder in unserer Nachbarschaft. Im vergangenen Jahr dann wohl vorerst zum letzten Mal.
    Nachdem ich mir zu Hause pünktlich um 16 Uhr den roten Anzug übergestreift und ein dickes Kissen unter die Jacke gepackt hatte, schnürte ich mit einem schwarzen Ledergürtel meinen gewölbten Leib fest zusammen, sodass der dicke Bauch richtig zur Geltung kam. Mir wurde ganz warm ums Herz, als ich an die strahlenden Kinderaugen dachte, die ich in wenigen Minuten zu sehen bekommen würde.
    Nachdem meine Augenbrauen weiß und die Wangen, sowie die Nase kräftig rot geschminkt waren, musste nur noch die Mütze richtig drapiert, eine Brille aufgesetzt und der falsche Bart angeklebt werden. Stolz betrachtete ich mein Werk im Spiegel, Dann warf ich mir den prall gefüllten Jutesack stöhnend über die Schulter und verließ frohen Mutes unser Haus durch die Hintertür. In den viel zu großen Stiefeln meines Mannes stapfte ich durch den Schnee zum Haus der Nachbarn.
    Nun war ich nicht mehr Rebecker, sondern der Weihnachtsmann.
    Am Ziel angekommen, warteten bereits die Eltern, die Oma und die vier reizenden Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren sehnsüchtig und ungeduldig auf den lieben Weihnachtsmann.
    Die Größeren hatten wie in jedem Jahr einen Sessel für ihn bereit gestellt, in den er sich nach der Bescherung für einige Minuten der Besinnlichkeit setzen durfte und in dem ihm stets die schweren Stiefel ausgezogen und die brennenden Füße massiert wurden. Fasziniert blickten die Vier auf seine Socken, die mit großen Löchern versehen waren und aus denen die Großzehen vorwitzig heraus lugten. Kichernd rümpften die Kinder die Nase und lachten sich halb kaputt, wenn der Weihnachtsmann die Zehen wackeln ließ.
    Alles verlief reibungslos. Die Kleinen waren rundherum glücklich und spielten begeistert mit ihren neuen Spielsachen. Bis die Oma auf eine verhängnisvolle Idee kam und dem Weihnachtsmann ein Glas Rotwein vor die Nase hielt und ihm zu verstehen gab, dass er erst wieder gehen dürfe, wenn er dieses ausgetrunken habe. Trotz eindringlicher, abwehrender Gesten und flehentlicher Bitten ließ sich die Oma nicht erweichen und prostete dem schwitzenden Weihnachtsmann aufmunternd zu, er möge seine kratzige Stimme etwas ölen. Die Eltern lächelten verkrampft und zuckten hilflos die Schultern, während der Weihnachtsmann vorsichtig und seufzend das Glas in die behandschuhte linke Hand nahm und mit der Rechten den Schnurrbart etwas anlupfte, um einen Schluck des guten Weines dahinter zu schütten. Was jedoch zur Folge hatte, dass außer dem Wein auch ein wenig Watte in den Mund des Weihnachtsmannes geriet und er sich prompt verschluckte. Ein schrecklicher Hustenanfall ergriff ihn nun und ließ den hinter dem Bart befindlichen Wein freien Lauf und färbte diesen in Nullkommanichts rot. Hustend und prustend wollte er sich nun überstürzt aus dem Staube machen und bemühte sich gerade schwerfällig aus dem Sessel heraus, als die 5-jährige Tessa misstrauisch geworden, plötzlich und ohne Vorwarnung auf den Weihnachtsmann zustürmte und ihm mit beiden Händen den Bart vom Gesicht riss und äußerst empört schrie: „Du bist ja gar nicht der Weihnachtsmann, du bist ja die dicke Rebecker!“

    Dieses Jahr werde ich mir wohl eine andere Familie suchen müssen.

    Frohe Weihnachten!

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    1. Liebe Rebecker, ich glaub Malheurs, wie das Deine, sind der Grund, weshalb in süddeutschen Gefilden Knecht Ruprecht mit von der Partie ist. Vor dem hatten wir Kinder richtig ‚Muffensausen‘. Dann drück ich mal die Daumen, dass der Bart dran bleibt in 2012 🙂 Obwohl … (lacht)

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    2. Hallo Rebecker,

      ja, ja, ich sag ja immer: die Omas (bzw. die Weihnachtsmänner) und der Alkohol, lach. Eine schöne Geschichte für uns, für dich eher weniger.

      Liebe Grüße Jutta

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      1. Hallo Jutta, es war ja bereits im Jahr zuvor schon etwas peinlich für mich, weil nach der Bescherung die Kinder allesamt noch mit runter an die Haustür kamen, um mich zu verabschieden…und da stand dann doch glatt mein Hund Hugo vor der Tür und wollte mich abholen. Er ist ein Labrador, kann Türen öffnen und war mir gefolgt…Nun wunderten sich aber die Kinder doch sehr über die Tatsache, wieso denn ausgerechnet Rebeckers Hund bei ihnen vor der Tür steht. Also rannten die beiden Großen sofort zu unserem Haus rüber und klingelten bei mir nach mir, aber ich war ja nicht da und mein Mann öffnete die Haustür….Nur wollte der Hund ohne sein Frauchen nicht ins Haus und wich dem angeblichen Weihnachtsmann nicht von der Seite.
        Na ja, der langen Rede kurzer Sinn, ich habe dann so getan, als wollte ich den Hund beim Besitzer abliefern und bin eben mit ins Haus hinein gegangen…Tja, was soll ich sagen…die Kinder kamen auch mit rein (lach)….Also bin ich nach wenigen Minuten gemeinsam mit den Kindern wieder aus dem Haus heraus und mein Mann musste den jaulenden Hund festhalten…habe dann wohl oder übel noch eine Extra-Runde drehen müssen, bevor ich mich dann von hinten heimlich wieder an unser Haus heran geschlichen habe… ohhh, das ist ja fast noch eine Geschichte geworden… Wünsche Dir einen gemütlichen Abend. LG Rebecker

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      2. Liebe Renate, wenn ich die Geschichten so lese, glaube ich, dass Deine Zeit als Weihnachtsmann irgendwie vorbei ist. Ich habe mich köstlich amüsiert und kann Dich mir so richtig vorstellen.
        Liebe Grüße
        Bongi-Birgit

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    3. Liebe Rebecker,

      Du bist genail, hast Du diese Weihnachten schon einen termin? Sonst würde ich vorschlagen, dass Du uns ein kleines Weihmachtsmannspektakel (ohne Hugo) an der Nordsee gibst!!! Mit ihm hättest Du keinen Husten- wir aber um so mehr Niesanfälle…

      Schöne Geschichte, weiter so

      LG Ev

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      1. Hihi liebe Silber, bislang habe ich gedacht, dass ich in diesem Jahr an Weihnachten noch frei bin…und würde gern den Weihnachtsmann für euch spielen. Wäre sicherlich sehr lustig 🙂 …doch nun treibe ich mich im Krankenhaus herum und weiß gar nicht, ob ich Weihnachten wieder zu Hause bin. Na ja, notfalls kann ich mich ja um die Kinder hier kümmern :-)))) LG Rebecker

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  5. Was für nette Geschichten! Ich habe auch eine:

    Bis ich etwas sechs Jahre alt war, glaubte ich fest ans Christkind. Selbst in der Schule verteidigte ich „unser“ Christkind gegen alle Ungläubigen. Ich bemitleidete meine Freunde, dass bei ihnen zuhause die Eltern die Geschenke kaufen mussten, denn bei uns wurden diese ja vom Christkind gebracht und so konnten wir uns wünschen was wir wollten ohne auf das Geld sehen zu müssen!
    Als ich in der Vorweihnachtszeit wieder einmal aufgebracht aus der Schule kam, nahm mich meine Mutter zur Seite und beichtete mir – nicht ohne mir vorher das Versprechen abzunehmen, das Geheimnis nicht mit meiner jüngeren Schwester zu teilen: „Ina, das Christkind gibt es leider wirklich nicht. Ich und Papa kaufen die Geschenke für euch.“
    Zutiefst erschüttert ging ich meine Mama an: „Und ihr habt mich die ganzen Jahren belogen.“
    – Und marschierte schnurstracks zu meiner Schwester um ihr die neue Erkenntnis mitzuteilen.

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    1. Hallo Ina,

      ich weiß gar nicht mehr, wann mir meine Mutter die Wahrheit über den Weihnachtsmann erzählt hat. Gemein so was, das petzen aber auch, lach.

      Gruß Jutta

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  6. Lametta einmal an ganz anderer Stelle

    Vor 17 Jahren hatten wir unsere Jack-Russel-Hündin Lutzi bekommen. Als das erste Weihnachtsfest mit ihr anstand, taten wir alles, um den mühsam geschmückten Baum vor ihr zu schützen. Mit einem lauten „Pfui“ warnten wir sie jedes Mal, wenn sie das wunderschöne Grün markieren wollte, ebenso wenn sie versuchte, eine der roten oder silbernen Kugeln zum Spielen herunter zu reißen. Es ist uns tatsächlich bis zum heiligen Abend geglückt, sie von größeren Dummheiten abzuhalten, zumal sie sich immer im Wald wähnte, wenn sie wieder einmal heimlich um den Stamm schlich.
    Gegen 20.00 Uhr am Heiligabend sollte die Bescherung statt finden. Unsere Tochter (damals 6 Jahre alt), Lutzi und ich warteten ungeduldig im Nebenzimmer auf das lang ersehnte Glöckchen, dass von meinem Mann geläutet wurde, wenn es soweit war.
    Zu dritt stürzten wir uns beim hellen Glockenklang aus dem Kinderzimmer und wollten die Geschenke stürmen, die liebevoll aufgestellt waren. Lutzi allen voran erreichte als Erste ihr Ziel, stolperte über das hängende Kabel und das Schicksal nahm seinen Lauf. Der Baum kippte so schnell, dass keiner das Unglück mehr verhindern konnte. Er begrub Lutzi und die Geschenke unter sich. Kugeln zerschellten auf dem Boden, Holzfigürchen stürzten herab und das Lametta verteilte sich silbern schillernd auf dem Parkett. Die Betroffenheit war groß und mein Göttergatte leicht angesäuert. Nur unser Terrier hatte seinen Spaß. Laut knurrend versuchte die Hündin, den Stamm zu packen und zerrte wie verrückt an den Ästen. Endlich hatte sie den Baum gefällt.
    Zwei Stunden und einige Flaschen Wein später war das Schlimmste behoben und der heilige Abend fand doch noch statt.
    Die größte Überraschung kam jedoch am Tag darauf, als ich mit Lutzi zum täglichen Spaziergang aufbrach. Sie hockte sich nieder, um ein großes Geschäft auf den Feldweg zu legen und ich staunte nicht schlecht, als ein silberner Lamettafaden dekorativ das kleine Häufchen schmückte.
    Lutzi ist leider schon lange tot und am 11.12.11 soll ein neuer kleiner Hund bei uns einziehen. Was meint Ihr? Soll ich wieder silbernes oder doch lieber goldenes Lametta nehmen?

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    1. Hihihi….ach, ist das eine süüüße Geschichte…zumal Lutz somit auch bei NB ein Andenken gesetzt wird…Lutzi ist nämlich erst vor einigen Wochen von bongi gegangen…und ich weiß, wie sie noch immer leidet und was es für sie bedeutet, dass nun nach einigem Hin und Her endlich Klein Nora bei Bongi einiehen darf…und das ausgerechnet einen Tag vor bongis Geburtstag…Wenn das kein Grund zur Freude ist…Liebe bongi, ich bin morgen auf der Reise zu Nora in Gedanken bei dir und wünsche dir für die Zukunft gaaanz viiiel Spaß mir der kleinen Ratte :-)))) Am Besten wäre natürlich, Ihr verzichtet der Umwelt zuliebe komplett auf das Lametta. Herzlichst, Deine Rebecker :-O

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    2. Hallo bongi,

      ich habe mich köstlich amüsiert, auch über den leicht angesäuerten Götterhatten. Sorry, aber ich konnte alles vor meinem inneren Auge sehen und musste einfach lachen.

      Ich freue mich sehr für dich, dass ihr bald ein neues Familienmitglied zu euch holt. Ich kann mich nur zu gut in deine Lage versetzen. Bonny, unsere neue Hündin, hat mir und meinem Mann über den Verlust von Gina geholfen, die jetzt sieben Jahre tot ist und immer noch nicht vergessen, was wohl nie passieren wird.

      Und zur Lamettaauswahl: passend zum neuen Hundchen, lach.

      Liebe Grüße Jutta

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  7. Weihnachten fällt aus

    Vor ein paar Jahren haben wir uns vorgenommen, Weihnachten einfach ausfallen zu lassen und haben eine Reise nach Sardinien gebucht.
    Sogar unsere Tochter war happy, einmal das „Fest der Liebe“ ohne Zank und Streit, Gänsebraten und Opas Weihnachtsgeschichte, Konsumrausch und Tränen zu verleben.
    Zwar haben wir Verwandte in Sardinien, aber ich konnte mich noch dunkel daran erinnern, dass sich das ganze Fest dort lediglich auf ein gemeinsames Essen und nächtiche Glückwünsche zur Geburt des Jesuskindes beschränkten.
    Kurz vor der Abreise brachte mir meine Mutter noch eine Reisetasche vorbei, die ich erst am Heiligabend öffnen sollte.
    Nach kurzem Ringen mit mir selber packte ich sie zum Gepäck, raste nochmals in die Stadt um denn doch ein paar Kleinigkeiten für Mann und Kind zu erstehen.
    Soweit so gut, nach ein paar wunderbaren Sonnentagen auf der Insel, war der Heiligabend dann unerbittlich angekommen.
    Mehrfach habe ich bei der Tante angefragt, ob wir auch wirklich keine Geschenke bräuchten. „Nein, nein“, war die Antwort, „wir zelebrieren das hier nicht so wie ihr in Deutschland.“
    Ich erfuhr, dass der 24. ein ganz normaler Arbeitstag sei, und die Geschäfte bis 22 Uhr geöffnet hätten.
    Unserer Familienessen war für 20 Uhr angesetzt.
    Mittags gingen wir unter die Dusche, machten uns hübsch zurecht und irgendwie fühlte sich das schon an, wie Weihnachten daheim. Eine Stunde vor dem Essen, saßen wir dann zu dritt auf unserem Hotelbett, heulten uns die Augen aus, weil die unser tradizionelles Weihnachten ausfällt und packten Großmutters Weihnachtspäckchen und -plätzchen aus.
    Danach stürmte ich die örtliche Parfümerie um doch noch für jeden eine Kleinigkeit zu erstehen und im Supermarkt fand ich sogar noch einen kleinen Plastikbaum mit Glocken und Lichterkette.
    So konnten wir dann doch noch deutsche Weihnachten in Sardinien feiern, mit Gebäck, Geschenken und einem Baum. Es war nur etwas wärmer als hier.

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