Litcamp18 in Heidelberg: Wiedererkennungswert und Netzwerken

Zum bereits dritten Mal fand am 15. und 16. Juni das Heidelberger Litcamp statt, und auch in diesem Jahr kamen wieder über 200 Teilnehmer zusammen, um über Literatur in all ihren Facetten sprechen. Autoren, Blogger, Verlagsmitarbeiter und andere buchbegeisterte Menschen haben sich zwei Tage lang ausgetauscht, diskutiert und Spaß gehabt.
Die Themen auf dem Litcamp waren wie immer vielfältig, doch eines wurde erstaunlich oft aufgegriffen: der Wiedererkennungswert eines Autors. Es ging um Fragen wie: Wie baue ich als Autor meine eigene Marke auf, wie sorge ich dafür, dass Menschen mich wiedererkennen? Sowohl fürs Netzwerken als auch fürs Marketing ist dieser Wert von entscheidender Bedeutung. Warum er so wichtig ist und wie du es schaffst, dich im Gedächtnis der Buchwelt zu verewigen, haben wir für dich zusammengetragen.

Netzwerken

Wie in jeder Branche ist ein großes Netzwerk wichtig – darüber haben wir von neobooks zusammen mit Jasmin Zipperling in unserer Session „Netzwerken im Literaturbetrieb“ gesprochen. Ein Netzwerk versorgt dich mit Neuigkeiten, inspiriert dich, motiviert dich und fördert den gegenseitigen Austausch. Wenn du mal Hilfe brauchst, wirst du froh sein, ein großes Netzwerk zu besitzen, denn so kannst du dich mit deiner Anfrage oder deinem Problem jederzeit an jemanden wenden. Und falls du niemanden kennst, der dir helfen kann, wirst du sicher jemanden kennen, der jemanden kennt … – wie das halt so ist.

Beim Netzwerken geht es ums Knüpfen und Pflegen von Kontakten. Für dich als Autor sind vor allem Kontakte zu Autorenkollegen interessant, aber auch zu Lesern, Bloggern, Verlagsmitarbeitern etc. Oftmals entstehen dabei allerdings nur lose Bekanntschaften, die sich nach kurzer Zeit wieder in die Bedeutungslosigkeit abdriften. Dein Ziel sollte jedoch sein, langfristige Bindungen aufzubauen. Natürlich kannst du nicht jeden Kontakt dauerhaft pflegen, aber das ist auch nicht erforderlich. Wichtig ist, dass die Leute etwas mit dir verbinden, sich an dich erinnern.
Als Autor solltest du dich in der großen Welt der Buchbranche – allen voran auf deiner Homepage und den Social-Media-Kanälen – präsentieren. Zeige, wer du bist, was dich ausmacht, was du magst. Auf diese Weise könnten schon bald folgende Fragen über dich gestellt werden:
War das nicht die Autorin, die so spannende Krimis in Hamburg schreibt?“
Hat diese Autorin nicht so lustige Katzen und isst ständig Eis?“

Beides sind ganz unterschiedliche Beispiele, aber in beiden Fällen haben die Menschen zu dir eine Verbindung aufgebaut und sich daran erinnert, wer du bist und was dich ausmacht. Wenn es um den Kontakt zu Lesern geht, spricht man dabei auch gerne von der Leserbindung, aber eine ähnliche Bindung möchtest du auch zu deinen Autorenkollegen aufbauen.

Kennt man dich aus dem Netz, ist die erste Hürde des Kennenlernens in live bereits gefallen. Menschen werden dir gegenüber offener sein und eher gewillt, sich mit dir auszutauschen, online sowie offline. Auf einer Messe werden sie lieber jemanden ansprechen, den sie von Bildern oder Videos kennen, von dem sie wissen, was er schreibt oder was er für Hobbys hat, als jemanden, über den sie im Grunde nichts wissen. Gerade für Menschen, die mit Schüchternheit zu kämpfen haben, ist ein hoher Wiedererkennungswert sehr hilfreich – sie werden häufiger von anderen Menschen erkannt und angesprochen und müssen sich seltener selbst überwinden.

Autorenmarke

Während früher überwiegend die Verlage im Vordergrund standen, liegt das Augenmerk heutzutage immer mehr auf dem Autor. Gerade für Selfpublisher, die für ihr Marketing selbst verantwortlich sind, ist dies eine tolle Chance. Du kannst den Buchverkauf damit ankurbeln indem du dich selbst präsentierst und den Leuten zeigst, welche Person hinter dem Autorennamen steht. Schreibe über dich, zeige etwas aus deinem Privatleben und berichte aus deinem Autorenalltag. Trete mit deinen Lesern in Kontakt. Das macht nicht nur Spaß, sondern sorgt auch dafür, dass du greifbar für sie wirst und sie eine persönliche Bindung zu dir aufbauen. Dadurch bleibst du in Erinnerung. Menschen werden dir auf sozialen Netzwerken folgen und auf Buchveranstaltungen nach dir Ausschau halten. Wer eine Person online sympathisch findet, möchte sie auch offline kennenlernen. Und natürlich ganz wichtig: Die Menschen werden automatisch neugierig darauf, was du schreibst.

Nicht nur du selbst, sondern auch deine Bücher sollten einen Wiedererkennungswert haben. Schreibst du mehrere Bücher in einem Genre, solltest du ähnliche Titel und ähnliche Cover benutzen. Profis bleiben dabei sogar ihrer Schriftart, ihrem Buchsatz und ihrer Aufmachung treu. Dadurch haben alle Bücher einen einheitlichen Stil, und deine Leser erkennen dich in ihnen wieder. Sie werden dann auch gerne weitere Bücher von dir kaufen, denn wenn ihnen die Aufmachung bekannt ist, haben sie schon eine gute Vorstellung davon, was sie erwartet. Nachvollziehen kannst du dies in einer Buchhandlung. Du wirst bei vielen Büchern schon vom Design her erkennen, von welchem Autor ein Buch ist, wenn du schon mal eines von ihm gelesen hast. Und in dem Fall wirst du schon ein recht genaues Bild davon haben, wie das Buch hinsichtlich Inhalt und Qualität wohl sein mag. Menschen sind Gewohnheitstiere, sie setzen auf Bekanntes. Natürlich darf es immer wieder etwas Neues sein, aber letztendlich greifen wir meistens zu Dingen, bei denen wir wissen, was uns erwartet.


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