So baust du deine eigene Community auf! – Tipps von IAP18-Gewinnerin Marianne Kaindl

Autorenfoto Marianne KaindlMarianne Kaindl gewann den diesjährigen Community-Award des Indie Autor Preises für ihren ersten Katzen-Krimi „Sechs Katzen und ein Todesfall“. Mit ihren sechs Katzen Coco, Maxi, Purzel, Merlin, Percy und Goldie lebt sie am Bodensee und ist seit Kindesalter vom Schreiben und Gestalten begeistert. Marianne Kaindl studierte Germanistik, Philosophie und Buchwesen und veröffentlichte außerdem unter anderem bereits einige Kurzgeschichten in Zeitschriften sowie ein Buch als Ghostwriterin.

Im Interview mit uns berichtet sie von der tollen Beziehung zu ihrer Community und gibt euch wichtige Tipps, wie auch ihr eine eigene Community aufbauen könnt und was es dabei zu beachten gibt.

 

Hallo Marianne Kaindl, wir gratulieren nochmals herzlich zum Gewinn des Indie-Autor-Community-Preises 2018! Dein Buch „Sechs Katzen und ein Todesfall“ hat die meisten Publikumsstimmen erhalten. Hast du mit einem solchen Zuspruch gerechnet?

Nach diesem unglaublichen ersten Voting-Tag: Ja. 🙂

Ich habe mich riesig gefreut, als ich erfuhr, dass „Sechs Katzen und ein Todesfall“ es ins Finale, unter die ersten fünf, geschafft hat.

An dem Tag, an dem Ihr das Voting freigeschaltet habt, informierte ich meine Leser und Fans auf Facebook darüber, auf der Facebook-Seite der Coco-KatzenKrimis. Und dann schrieb ich sieben Stunden lang nur noch: „Danke!“. Als Antwort auf die zahlreichen Kommentare und PN: „Ich habe für Dich abgestimmt!“

Als ich am Abend dieses Tags ins Bett fiel, da war mir klar: Bei solch tollen Lesern und Leserinnen habe ich gute Chancen, den Community-Preis zu gewinnen.

 

Hast du für die Abstimmung des Indie-Autor-Preises bei deinen Leserinnen und Lesern aktiv die Werbetrommel gerührt? Wenn ja, auf welchem Weg?

Doch, habe ich. Als Marketing-Frau weiß ich: Wenn man sich stumm in die Ecke setzt, dann passiert nichts.

Ich habe meinen Lesern und Leserinnen auf Facebook erzählt, dass „Sechs Katzen und ein Todesfall“ auf der Shortlist steht und im Rennen um den Community-Preis ist. Ich habe ein Banner gestaltet, das sie auf Facebook teilen konnten. Auf der Website der Coco-Krimis richtete ich eine Indie-Autor-Preis-Seite ein. Außerdem gibt’s dort einen Blogbeitrag von Krimi-Katze Coco persönlich zum Voting.
Und ich veranstaltete Live-Lesungen auf Facebook – zwei während der Zeit, als das Voting lief, sowie eine dritte als Dankeschön fürs Abstimmen und Teilen.

 

Mal abgesehen vom fleißigen Abstimmen –  welchen Mehrwert ziehst du aus deiner Community?

Vor allem einen emotionalen. Meine Community ist mir ans Herz gewachsen. Es gibt Leser und Leserinnen, mit denen ich schon seit dem Erscheinen meines ersten Buchs verbunden bin, und ich freue mich mit ihnen, wenn’s ihnen gut geht und leide mit, wenn sie etwas Schlimmes durchstehen müssen.

Während andere Autoren bei Bloggern anklopfen und bitten, dass die doch eine Rezension zu ihren Büchern schreiben, kam eine engagierte Bloggerin aktiv auf mich zu: Sie und sechs andere wollten zu den Coco-KatzenKrimi eine Blogtour machen. Das fand ich so super. Die Blogtour war auch wirklich toll und unglaublich kreativ.

Weil ich sehr viel Zeit und Liebe in die Community investiere, kenne ich auch meine Zielgruppe sehr genau und weiß, wie sie mich und wie sie mein Alleinstellungsmerkmal sieht. Besonders spannend fand ich das, als ich „Nazi-Allergie“, den dritten Coco-KatzenKrimi, auf fortschrift.net als Netzroman schrieb. Jeden Morgen freuten sich die Leser/innen auf die neue Folge, und ihre Rückmeldungen zeigten mir, was auf Resonanz stieß, wo die Emotionen hochkochten, was sie besonders interessierte.

Ich fragte kürzlich in einem Facebook-Post, was die Community davon hält, dass ich meinen Lesern ziemlich viel aus meinem Leben und dem meiner Katzen erzähle, Gastkatzen Auftritte in meinen Büchern gebe und mir sogar beim Entstehen eines Buchs über die Schultern schauen lasse.

Das Werden meiner Bücher werde dadurch greifbar, mit allen Höhen und Tiefen, schrieb eine Leserin. „Es ist toll und wundervoll, wie Du uns in Deine Welt mitnimmst. Und ich freue mich unheimlich auf Dein nächstes Werk.“ „Du liebst Deine Leser und das spürt man“, kommentierte eine andere. Eine dritte hob hervor: „Die Wertschätzung, die wir Leser(innen) von Dir erfahren, ist einfach einzigartig! Nicht nur die Gastkatzen-Aktionen führten dazu, dass wahrscheinlich nicht nur ich zu den Büchern eine ganz besondere Beziehung habe.“ Alle Antworten findet Ihr hier: https://goo.gl/EKPSM1

 

Eine eigene Community aufzubauen ist ein langwieriger Prozess. Wann sollte man deiner Meinung nach damit als Self-Publisher beginnen?

Unter Marketing-Gesichtspunkten: So früh wie möglich. Schon während man am ersten Buch schreibt.

 

Und womit fängt man am besten an? Soll ich mir als Autor gleich ein Profil auf diversen Plattformen erstellen oder zunächst theoretische Überlegungen anstellen?

Wo man postet, das hängt von den eigenen Vorlieben und davon ab, wo die Zielgruppe sich aufhält.

Meine eigene Vorgehensweise: Ich fokussiere auf Facebook. Die Zeit, mehrere Soziale Netzwerke zu bedienen, habe ich einfach nicht, und von Tools, die diverse Plattformen mit einem einzigen Inhalt füttern, halte ich nichts. Ich empfinde das als Spam und als Respektlosigkeit gegenüber den Leser/innen. Auf Facebook poste ich mindestens einmal täglich, und das normalerweise zwischen 8 und 9 Uhr morgens. Es braucht Regelmäßigkeit, um etwas zu bewirken. Ich halte mich an den Ratschlag, den Calvin Hollywood Fotografen ans Herz legt, die mit den Social Media eine Fanbase aufbauen: Nicht mehr als 20% Werbung. Und immer guten Content.

Basics über Social Media sollte man kennen, bevor man startet, weitere theoretische Überlegungen gehen mit der Praxis Hand in Hand, zumal die Social Media sich ja ständig verändern und entwickeln. Theoretische Überlegungen zu Positionierung, Zielgruppe usw. gehören zum Branding, zur Markenbildung, und damit sind sie das Fundament jedes Autoren-Marketings – deshalb: so früh wie möglich und nicht erst im Zusammenhang mit dem Aufbau einer Fanbase in den Sozialen Netzwerken!

 

Es gibt viele Möglichkeiten mit den eigenen Lesern in Dialog zu treten. Auf welche Kanäle sollten Self-Publisher auf keinen Fall verzichten?

Sie sollten die Kanäle nutzen, auf denen sie ihre Leser/innen treffen. Was das konkret ist, muss man individuell herausfinden.

Indie Autor Preis 2018 Marianne Kaindl Sechs Katzen und ein Todesfall

Entstehen deine Beiträge in den sozialen Medien spontan und intuitiv oder hältst du dich an einen von dir erstellten Redaktionsplan?

In meinem Arbeitsplan steht immer montags: „Redaktionsplan erstellen“.

Der Redaktionsplan ist für mich allerdings nur ein grobes Konzept, das mich dabei unterstützt, meine Richtung zu halten.

Vieles von dem, was ich poste, ist intuitiv, situationsbezogen, spontan. Katzen überraschen uns gern – etwas, das ich an ihnen liebe. Wenn meine samtpfötigen Protagonisten etwas Witziges machen und ich das im Foto einfangen kann, ist das eine Basis für einen Post, der nicht planbar ist.

Auch die Muse, die kreative Ideen und witzige kleine Geschichten mitbringt, ist eine etwas launische Dame – Kreatives lässt sich nicht immer exakt planen.

Also lese ich jeden Montag: „Redaktionsplan erstellen“ – und was ich dann die Woche über tatsächlich mache, ist eine Mischung aus Planung und Spontanität. Wie beim Schreiben und beim Leben auch.

 

Welche Tipps kannst du für den Umgang mit der eigenen Leserschaft geben? Wie managst du deine Community?

Meine Erfahrungen beziehen sich hauptsächlich auf Facebook. Die Tipps, die ich gebe, sind also facebook-bezogen.

Es kommt nur ganz selten vor, dass es da etwas zu managen gibt. Aber man sollte von vornherein wissen, was man macht, wenn zum Beispiel ein Shitstorm über einen hinwegzieht.

Drei Anregungen habe für den Umgang mit der Community:

  1. Poste nicht zu viel Werbung für Deine Bücher. Poste vor allem das, was Dich ausmacht und Deine Leser interessiert.
  2. Sei interaktiv. Die Leser/innen wollen mitmachen, und Du willst sie kennenlernen. Also gib Euch die Chance. Ein paar Beispiele: Schreibe Posts, die Deine Community gerne kommentiert. Mache Gewinnspiele mit Aufgaben, die Aktivität von Deinen Lesern erfordern. Das arbeitsintensivste Gewinnspiel, das ich ausschrieb, „Deine Katze als Krimi-Held“, hat mich mit der Community sehr eng verbunden, viel Spaß gemacht, und das Ergebnis war ein Buch mit Kurzkrimis, deren Helden Leserkatzen sind.
  3. Sieh Deine Community nie nur als Community. Sieh sie immer als individuelle, wertvolle Menschen.

 

Wie schaffst du es, noch mehr Leser zu erreichen? Mit welchen Maßnahmen kann man an Reichweite gewinnen?

Möglichkeiten, die mir spontan einfallen: Im Monatsabstand Bücher veröffentlichen (was ich nicht mache und auch nicht vorhabe). Lesungen natürlich. Pressearbeit. Weitere Social Media. Bloggen. Live-Lesungen. Gewinnspiele. Autor/innen, die sich gegenseitig empfehlen (wobei ich selbst das nur mache, wenn ich überzeugt bin). Lesezeichen. Buch-Postkarten. Meet & Greet. Witzige Youtube-Videos.

Für Sachbuch-Autor/innen: Gastartikel, Vorträge, sich als Berater/in einen Namen machen. An Wettbewerben, wie dem um den Indie Autor Preis, teilnehmen.

Aber das ist nur ein kurzes Brainstorming. Es gibt natürlich noch viel mehr.

Mein nächster Schritt ist jetzt lovelybooks. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie lovelybooks und wie das lovelybooks-Medienpaket, das ja Teil meines Gewinns ist, mir mehr Reichweite und neue Leser/innen bringt.

Herzlichen Dank für Eure interessanten Fragen! Es würde mich freuen, wenn viele andere Selfpublisher Anregungen bekommen durch meine Antworten. Leserfragen in den Kommentaren zu diesem Blogpost oder per Mail an mich beantworte ich gern!

 

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