Fantasy-Bestseller Autor Markus Heitz im Interview: Die Grenze ist die eigene Vorstellungskraft

Heute endet unser #fantasticneobooks Monat Juni. Zum großen Finale inklusive Preisverleihung haben wir einen ganz besonderen Fantasy-Autor für euch interviewt. Einen Autor, den unser Team sehr schätzt und den auch unsere Kollegen von Droemer-Knaur ganz genau kennen: Die Rede ist von Markus Heitz!

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Bild: Martin Höhne

Du bist der Vorzeige-Autor von Droemer Knaur in Sachen Fantasy. Wie bist du zu diesem Genre gekommen und was hat dich inspiriert, Autor zu werden?

Markus Heitz: Ich bin ein Autor, der das Glück hat, gerade von vielen gelesen zu werden, aber „Vorzeige-Autor“, das ist so ein Begriff… 🙂 Erfolg kann auch wieder ganz schnell vorbei sein. Immer entspannt bleiben, das ist wichtig. Und gerade die Fantasy ist entspannt, denn hier kann man alles tun und lassen, die Grenze ist die eigene Vorstellungskraft – und später dann die Ausdruckskraft (nicht zu verwechseln mit Kraftausdruck), um die LeserInnen in die Welt zu holen, die man entworfen hat. Inspiriert zum Schreiben generell hat mich nichts Besonderes. Ich wollte einfach eigene Geschichten erfinden, und das mache ich bis heute. Aus Spaß. Die einzig wahre Motivation für mich.

Du bewegst dich vor allem in den Subgenres Urban und High Fantasy. Welche Möglichkeiten bieten dir diese Welten?
MH: Na, sagen wir, Fantasy (nicht nur High) und Horror/Mystery sind die Welten, in denen ich mich sehr wohl fühle. Auch dabei gilt wieder: Alles ist möglich. Das heißt aber nicht, dass ich vor anderen Genres zurückschrecke. Ich brauche die Abwechslung. Wenn es mir z.B. bei Mystery und Horror gelingt, noch eine Prise Historie, sprich Reales, unterzubringen, dann bin ich sehr glücklich.

Hast du ausgewählte Testleser, die deine neuen Bücher immer als erstes lesen dürfen? Wenn ja, wie läuft dieser Prozess ab?
MH: Die Testleser sind Freunde, die ich schon sehr lange kenne. Sie bekommen die Version, mit der ich halbwegs zufrieden bin, von der ich aber weiß, dass es noch was zu tun gibt. Sie lesen, geben Rückmeldung über Stellen, die haken oder an denen was fehlt, und eben Kleinigkeiten, wie Waffenverwechslungen und dergleichen. Mit den Infos gehe ich nochmals an den Roman.

Hast du dich schon im Self-Publishing versucht? 
MH: Na, Droemer-Knaur würde sich bedanken, wenn ich spontan unter die SP gehen würde! Höhö. SP hat für mich aktuell keinen Vorteil, weil ich mich um zu viele Dinge selbst kümmern müsste, gerade bei Print. SP kann ich mir höchstens für Kurzgeschichten im eBook Bereich vorstellen. Wenn meine Verträge in 3 Jahren auslaufen, wer weiß, wie die Buch- und Verlagswelt dann aussieht? Aber: Ich fühle mich als Verlagsautor sehr wohl.

Was sind die Vorteile für dich als Autor, deine Bücher bei Verlagen zu veröffentlichen anstatt sie selbst zu verlegen?
MH: Zeit ist Story. D.h. ich brauche jede Minute, um mich um Geschichten und Ideen zu kümmern. Der logistische und verwaltungstechnische Aufwand ist mit einfach zu hoch und meine Zeit zu kostbar: Vertrieb, Marketing, Werbung – das frisst Stunden und Wochen.

Machst du selbst etwas für das Marketing deiner Bücher und wenn ja, was?
MH: Alles rund ums Internet, SocialMedia, Website, Lesungen, Interviews mit diversen Medien. Das ist noch zu stemmen.

Inwieweit inspiriert dich die Stadt, in der du lebst?
MH: Inspiration hat auch was mit Orten zu tun, aber prinzipiell kann sie mich überall treffen, gerade beim Lesen von Artikeln im Stern, Spiegel und anderen Zeitschriften. Da stehen Ideen zwischen den Zeilen, die Kreative förmlich anspringen. Alltagssituationen, Alltagsbeobachtungen, simple Gegenstände, über die sich andere keine Gedanken machen, und schwupp: Da lauert die nächste Story.
Eine Stadt oder ein Ort kann auch Inspiration sein. Ich bin viel unterwegs und mag es sehr, neuen Input zu bekommen.

Welche Tipps hast du für die neobooks-Nachwuchsautoren?
MH: Schreiben. Machen. Nicht nachlassen. Die eigene Geschichte schreiben, für seinen Stoff brennen und ihn entwickeln.

Welche Tipps hast du für Autoren, die unbedingt einen Verlag finden wollen?
MH: Da gibt es einige Tipps auf meiner Website: www.mahet.de. Diese Frage kommt natürlich häufiger, und so sehe ich es als Service für den Nachwuchs an. Ich gönne jedem Kreativen seinen Erfolg. 🙂

Liest du lieber gedruckte Bücher oder auf dem eReader?
MH: Ich habe keinen eReader… Das kann alles mein Laptop. Aber im Allgemeinen bevorzuge ich Print, greife bei Recherche ebenso auf ebooks zurück. Es ist nur ein anderes Medium, in das man leider nicht mit Bleistift Anmerkungen schreiben kann. Dafür bekommt ein ebook auch keine Teeflecken – höchstens einen finalen Kurzschluss.


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