Das Grundrüstzeug eines Self-Publishers…

Tobi Fischer neobooks…sind „Geduld und Beharrlichkeit“, so Tobias Fischer – Autor der Fantasy-Reihe „Veyron Swift“. „Lasst euch von Rückschlägen nicht entmutigen und seid immer bereit, das Beste aus eurem Buch rauszuholen.“ Diesen Ratschlag will er vor allem noch unerfahrenen Autoren mit auf den Weg geben. Welche Erfahrung er selbst im Self-Publishing gesammelt hat und was seine Figur „Veyron Swift“ so besonders macht, erzählt er uns heute im Interview.

Spannend bis zum Schluss – das verheißen die Rezensionen für unseren Monatsfavoriten im April „Veyron Swift und das Juwel des Feuers“. Aber das ist nicht der einzige „Veyron Swift“, der unsere Leser begeistert. Erzähl uns doch einmal, was diese Figur so besonders macht, dass du sogar mehrere Serials nach ihr benannt hast.

Veyron Swift neobooksVeyron Swift ist als Figur ganz klar an Sherlock Holmes orientiert: der über-intelligente Ermittler-Typ, der Dinge erkennt, die sonst niemand wahrnimmt und der scheinbar auch noch alles besser weiß, eine Mischung aus Mr. Spock und Dr. House. Ich finde solche Charaktere immer faszinierend, besonders dann, wenn sie mit ihrer Umwelt hadern. Aber anders als Holmes, spürt Veyron keinen Kriminellen nach, sondern Geistern, Monstern und Dämonen. Unermüdlich kämpft er für das Gute und stellt sich gegen dunkle Zauberer und Tyrannen. Das ist mal das Eine. Zugleich ist das Intelligenz-Genie Veyron aber auch voller Fehler: Er kann gnadenlos direkt sein und manchmal auch arrogant. Auf der einen Seite bewundert man ihn und staunt, auf der anderen würde man ihm doch mal gerne was an den Kopf knallen. Mit dem Zwischenmenschlichen hat er so seine Schwierigkeiten und gerät deswegen immer wieder mal mit seinem Patensohn, Tom Packard, aneinander. Die beiden Figuren lernen voneinander und entwickeln sich mit jedem neuen Abenteuer. Es macht einfach Spaß, über die beiden zu schreiben und auf das von mir angedachte Ziel Stück für Stück hinzuarbeiten. Was das ist, bleibt aber an der Stelle natürlich geheim.

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Deine Bücher spielen im Elderwelt-Universum. Was können sich unsere Leser darunter vorstellen?

Elderwelt ist eine Fantasy-Welt, voll mit Meeren, Seen, Wüsten, ganzen Kontinenten, die parallel zu unserer existiert. Dort leben Elben, Zwerge und allerhand Dämonen und andere Monster, manche von guter Natur, andere ganz klar auf der dunklen Seite. Doch Elderwelt beherbergt zugleich auch viele Menschenkulturen, die bei uns schon längst der Vergangenheit angehören: Das antike Rom hat dort etwa die Jahrtausende überlebt, ebenso die Pharaonen des Alten Ägypten – nur um ein paar Beispiele zu nennen Es gibt auch eine Insel, die von einer Steampunk-Kultur bevölkert ist und deren Einwohner (Menschen und Zwerge) mit Oldtimern, Dampfschiffen und Zeppelinen die Welt bereisen. Elderwelt ist durch einen unsichtbaren Schutzschirm,Veyron Swift neobooks von unserer Welt abgeschirmt, unsichtbar und weitgehend unbekannt. Man kann diese Welt nur durch magische Tore betreten. Dieses Durchschreiten funktioniert jedoch in beide Richtungen. So wie Veyron und Tom nach Elderwelt reisen, kommen hin und wieder auch Wesen von dort zu uns. Zum Leidwesen von Veyron, meistens welche von der üblen Sorte.

Du schreibst ja schon sehr lange und hast offenbar noch Unmengen unveröffentlichter Geschichten in deinen Schubladen versteckt – sehr Star Trek inspiriert und nicht veröffentlichungstauglich, wie du in deinem Profil erzählst. Hast du einmal darüber nachgedacht, sie so aufzuarbeiten, dass sie sich auch für eine Publikation eignen würden?

Ja, diese Überlegungen habe ich in der Tat schon öfter angestellt. Die Geschichten rund um das Raumschiff Adventure liegen bei mir immer noch in der Schublade (bzw. im Datenspeicher meines Laptop). Ich bin mir nur noch nicht sicher, in welcher Form eine Veröffentlichung stattfinden soll. Auf der einen Seite würde es mich reizen, eine eigene Science-Fiction-Reihe daraus zu entwickeln, auf der anderen könnte ich diese Abenteuer auch in ein Fantasy-Gewand packen (und eventuell auch im Elderwelt-Universum ansiedeln).

Du sagst, dass es das Buch, das dein Leben verändert hat, eigentlich nicht gibt. Auch nicht deine eigenen? Wie beeinflusst dich dein Dasein als Autor im Alltag? Hast du feste Schreibzeiten, zu denen man dich nicht stören darf, oder schreibst du eher spontan, wenn dich die Inspiration packt?

Das hab ich tatsächlich gesagt? In der Tat, so steht so schwarz auf weiß in meinem Profil. Das „Leben verändern“ ist ein ziemlich umfassender Begriff, mit dem ich gerne vorsichtig umgehe. Von daher gibt es tatsächlich kein Buch, das mein Leben im strengen Sinne verändert hat. Tief beeindruckt und geprägt haben mich in den letzten fünfzehn Jahren zweifellos Tolkiens „Der Herr der Ringe“ und Rowlings Harry Potter. Aber Autor werden wollte ich schon sehr viel, viel früher – ganz ohne ein bestimmtes Buch vor Augen. Meine eigenen Bücher haben dann jedoch in der Tat mein Leben verändert, bzw. es gewann ganz neue, überraschende Facetten. Dinge werden wichtig, auf die man vorher nie geachtet hat und man nimmt auch seine Umwelt und die Menschen, die einen umgeben, anders wahr. Zumindest mache ich diese Erfahrung. Ich war zum Beispiel noch nie so viel auf der Welt unterwegs, wie nach der Veröffentlichung der ersten zwei Veyron-Swift-Bücher, etwa auf den Buchmessen – und habe auch zuvor nie so viele nette und interessante Leute kennengelernt – online oder auch im realen Leben. Seitdem ich schreibe und veröffentliche, findet ein ganz anderer Austausch mit meinen Mitmenschen statt, sei es Leser, Fans oder Autoren-Kollegen. Das ist etwas, mit dem ich niemals gerechnet habe und es gibt ständig neue Überraschungen.

Der Schreibprozess ist dagegen bei mir eine sehr strenge Angelegenheit. Zuerst braucht es natürlich die zündende Idee, dann kommt eine Art Handlungsskelett. Bevor ich eine Geschichte schreibe, muss ich wissen, wo sie hinführen soll. Bei mir muss alles zusammenpassen, um allzu große Ungereimtheiten und Widersprüche zu vermeiden. Darum muss ich auch manchmal genau recherchieren, besonders wenn es um reale Ereignisse oder technische Geräte geht. Einfälle, die während des Schreibens kommen, müssen sich in die Handlung fügen und wenn sie das nicht tun, werden sie eben andere Geschichten aufgehoben. Auf die Weise füllt sich das Skelett nach und nach mit Einfällen und neuen Wendungen und wird zur fertigen Geschichte.

Das ich hauptberuflich den ganzen Tag unterwegs bin, bleibt zum Schreiben insofern natürlich nur der Abend oder neobooksder Urlaub. Witziger Weise kommen mir die besten Ideen aber auch immer erst nach Sonnenuntergang. Dann kann mich nichts mehr halten und es kommt nicht selten vor, das es sehr spät wird, ehe die Tastatur wieder zur Ruhe kommt (oder sehr früh; je nachdem wie man das Morgengrauen einordnen will).

Wie sind deine bisherigen Erfahrungen als Selfpublisher? Hast du besondere Tricks oder Empfehlungen, die du unerfahrenen Autoren mit auf den Weg geben würdest?

Ich mache rundum gute Erfahrungen. Für mich ist dabei das Wichtigste, dass man Herr über sein Werk bleibt und genau die Idee dem Leser präsentieren kann, die einem auch vorschwebt. Man hat auch die Preisgestaltung und das Marketing selbst in der Hand und auch hier hundertprozentige Kontrolle. Auf der anderen Seite muss man bereit sein, viel zu lernen und darf sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Aber Lernen bedeutet auch immer eine Chance. Der Austausch an Erfahrungen und Meinungen, der unter den Selfpublishern herrscht, ist Goldwert. Da öffnen sich einem ganz neue Horizonte und für diese Erfahrungen bin ich sehr dankbar.

Tobi06Der wichtigste Tipp, den ich geben kann ist folgender: Dranbleiben und nicht nachlassen. Geduld und Beharrlichkeit sind das Grundrüstzeug, das man sich als angehender Autor und Selfpublisher zulegen muss. Lasst euch von Rückschlägen nicht entmutigen und seid immer bereit, das Beste aus eurem Buch rauszuholen. Lernt von den Erfahrungen der anderen, denn wenn man einmal nicht mehr weiter weiß, gibt es immer jemanden in der Community, besonders hier auf neobooks, der einen Tipp hat. Das hilft mir auch heute noch.

 

 


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