Hochspannung mit Wissenschaftskrimis – Interview mit Lothar Beutin

Unser Autor Lothar Beutin hat seine persönlichen Erfahrungen genutzt, um das Genre des Wissenschaftskrimis zu erobern. Wie er dazu gekommen ist und worum es in seinem Roman Fallobst geht, erzählt er uns heute.

1. Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Den Anstoß zu meinem ersten Roman Rizin gaben mir die Geschehnisse und persönliche Erlebnisse, die sich kurz nach dem 11. September 2001 (Anschlag auf das World Trade Center), an meinem damaligen Arbeitsplatz im Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin abgespielt haben. Zu dieser Zeit arbeitete ich dort als Mikrobiologe an EHEC, das sind Colibakterien, die bei Menschen blutige Durchfallerkrankungen und Nierenversagen verursachen. In wenigen Monaten wurden große Bereiche des RKI umgewandelt, um Lothar Beutinfortan unter dem Stichwort biologische Sicherheit Forschung zur Abwehr von Biowaffen zu betreiben. Auch meine Arbeitsgruppe war von der Umwandlung betroffen. Insgesamt geriet das ehemalige Institut für Infektionskrankheiten in ein völlig anderes Fahrwasser. Politische, militärische und industrielle Aspekte spielten plötzlich eine herausragende Rolle. Der Roman Rizin (ein tödliches Gift aus Rizinus-Samen, an dem ich in dieser Zeit gearbeitet habe) ist eine Sciene-in-Fiction-Story um den unpolitischen Wissenschaftler Leo Schneider, der durch eine Zufallsentdeckung ins Fadenkreuz von skrupellosen Konzernen, Terroristen und Geheimdiensten gerät, die bereit sind, über Leichen zu gehen.

2. Du hast das Buch Fallobst mit auf die Messe gegeben. Was macht dieses Buch besonders und für wen ist es die perfekte Lektüre?

Um den Wissenschaftler Leo Schneider herum sind drei Romane (Rizin, EHEC-Alarm und Fallobst) entstanden, die sich im Genre Wissenschaftskrimi/Gesellschaftsroman einordnen. Fallobst ist aus den Anfängen der beruflichen Entwicklung Leo Schneiders und spielt kurz nach dem Mauerfall 1990/1991. Der Roman gibt Einsicht in die abgeschlossene Welt einer Wissenschaftsbehörde, in der die Bedürfnisse des bürokratischen Apparates und der Befindlichkeiten der kleinen und großen Chefs mehr zählen als die eigentlichen Aufgaben des Institutes. Fallobst schildert Konflikte von Menschen, die vor die Wahl gestellt werden, sich selbst treu zu bleiben, mit entsprechenden Konsequenzen, oder sich zu verraten. In Fallobst geht es um ein Netzwerk von skrupellosen Alkoholpanschern, denen die französische Lebensmittelchemikerin Sandrine Martin gemeinsam mit Leo Schneider auf der Spur ist. Die Täter schrecken vor Vergewaltigung und Mord nicht zurück. Schauplätze des Romans sind Berlin und Frankreich (Paris und Normandie), der zweiten Heimat des Autors. Wer es gleichermaßen lehrreich und spannend mag und eine ungewöhnliche Wissenschafts-Kriminalgeschichte dem üblichen „wer ist der Täter?“ Plot vorzieht, wird an diesem Roman eine Freude haben, genauso wie alle, die den Flair Frankreichs lieben.


3. Hast du bereits andere Bücher in Planung?

Buchcover Fallobst von Lothar BeutinMein vierter Roman ist gerade in Überarbeitung. Ich hoffe auf sein Erscheinen im Frühjahr. Es ist ebenfalls ein Wissenschaftskrimi/Gesellschaftsroman, der in Berlin des Jahres 2015 spielt. Die Zerrissenheit der Gesellschaft, die sich in der Flüchtlingskrise deutlich macht und der Krieg in Syrien spielen dabei eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt spielt eine sich anbahnende Liebesgeschichte des Protagonisten als eine treibende Kraft hinter seinen Handlungen eine Rolle. Was das Genre Wissenschaftskrimi betrifft, geht es diesmal um chemische Waffen, Nervengifte, die im Krieg in Syrien eingesetzt worden sind, und um Verbindungen der chemisch-pharmazeutischen Industrie zu Waffenproduzenten im Nahen Osten. Spannung, Aktualität und ein kritischer Blick auf die in Lager gespaltene deutsche Gesellschaft sind garantiert.

4. Welche Erfahrungen hast du bei der Themenfindung, dem Schreiben und Vermarkten deines Buches gemacht? Hast du hier speziell einen Tipp für angehende Autoren?

Für mich ist es wichtig, auch in der fiktiven Romanform authentisch zu bleiben, über etwas zu schreiben, das ich selbst gut kenne und mit allen Sinnen und dem Verstand erlebt habe. Ich bin Naturwissenschaftler, Mikrobiologe und schreibe daher Bücher, die in diesem Milieu spielen und den Lesern einen Einblick in die von ihm abgeschottete Welt der Institute und des Wissenschaftsbetriebs geben sollen. Kulturell bin ich in Deutschland und Frankreich zu Hause, daher spielen meine Bücher auch hauptsächlich in diesen Ländern oder an Plätzen, die ich durch Reisen kenne. Wenn ich mit dem Schreiben eines Buches beginne, habe ich eine Idee, aber noch keinen vollständigen Plan, wie es im Einzelnen ausgehen wird. Ein Buch zu schreiben, ist für mich wie eine Reise. Man weiß, wo man startet, aber den Weg, den man geht, wem immer man auch begegnet, und wo man landet, das alles kennt man vorher nicht. Meine Protagonisten/innen übernehmen selbst die Regie, wenn das Buch aus den Anfängen herausgewachsen ist. Unabhängiger Autor und Selbstverleger (Edition Milestone) bin ich aus zwei Hauptgründen:
1. Verlage unterliegen finanziellen Interessen, das spiegelt sich in dem wieder, was verlegt und was abgelehnt wird. Dem Primat des Geldes möchte ich mich nicht unterwerfen, da ich auch vom Schreiben nicht leben muss. Es bietet mir daher die Möglichkeit, mich unabhängig von finanziellen Zwängen ausdrücken zu können.
2. Ich möchte meine Rechte an meinen Büchern nicht verlieren und bin deshalb lieber unabhängiger Autor und kann damit selbst bestimmen, was mit meinen Büchern geschieht.

 

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