Interview mit unserer Autorin Christina Matesic

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  1. Bei „Elea“ handelt es sich um eine Trilogie. Wusstest du denn schon von Anfang an, welche Handlung die drei Bände beinhalten soll?

Zuallererst muss ich euch mitteilen, dass es aus der geplanten Trilogie leider nichts wird. Seit ich an Band 3 schreibe, hat sich mehr und mehr herauskristallisiert, dass es definitiv eine Tetralogie geben wird. Wer meine „epische“ Erzählweise kennt, hat sich vielleicht schon längst gedacht, dass ich mit drei Bänden nicht auskommen werde. Und mit diesem Geständnis habe ich im Grunde genommen schon eure erste Frage beantwortet. Vom ersten Band einmal abgesehen, weiß ich nicht von Anfang an, welche Handlung die einzelnen Bände beinhalten. In meinem Kopf gibt es zwar das Ziel, wohin mich Eleas Geschichte in jedem Band führen wird, aber bis dahin nehmen die einzelnen Stationen mehr oder weniger schnell in meinem Kopf Gestalt an.

Bei Band 1 – meinem Debütwerk – habe ich noch vorbildlich, wie man es in der Schule lernt, mit einer teilweise sehr detaillierten Gliederung begonnen. Beim Schreiben musste ich jedoch feststellen, dass sich wirklich nur die Highlights im Vorfeld festlegen lassen. Alles andere übernehmen die Figuren, die bei mir immer dazu neigen, ein Eigenleben zu entwickeln. Bei Band 2 bin ich daher dazu übergegangen, mir auf einem Din A 3 Blatt „nur“ eine Mind-map anzufertigen. Einzelne Szenen habe ich auch auf dieser festgehalten. Ich habe sie aber beim Schreiben vollkommen aus den Augen verloren. Nachdem Band 2 abgeschlossen war, warf ich abschließend noch einmal einen Blick auf die Map und musste verwundert feststellen, dass sich viele Dinge ganz anders entwickelt hatten, als ich ursprünglich geplant hatte. Deshalb verzichte ich nun bei Band 3 vollkommen auf eine Gliederung oder eine Mind-map. Da meine Bücher immer in Teile untergliedert sind, habe ich mir lediglich die Überschriften hierfür überlegt. Alles andere überlasse ich dem Prozess des Schreibens. Manchmal überkommen mich dabei spontane Ideen. Dann wieder muss ich längere Zeit über den weiteren Verlauf oder eine logische „Stolperfalle“ grübeln.

 

  1. Du bist ein bekennender Tolkien-Fan – was begeistert dich an seinen Geschichten am meisten?

Zunächst muss ich gestehen, dass es bestimmt schon über zwanzig Jahre her ist, seit ich das letzte Mal die Trilogie gelesen habe. Insgesamt habe ich sie mir dreimal einverleibt.

Es war sicherlich nicht Tolkiens sehr detaillierter und bisweilen langatmiger Schreibstil, mit dem er sich seitenweise der Beschreibung der Fauna oder geografischer Gebiete hingegeben hat. Aber wenn man zum ersten Mal ein Werk liest, das in einer derart komplexen Weise erdacht wurde, dann treten solche leserunfreundliche Marotten in den Hintergrund. Die fantastische Welt mit den verschiedenen Völkern, ihr unterschiedliches Aussehen, ihre typischen Wesenszüge und Fähigkeiten ist ein Aspekt, der mich faszinierte. Die Landkarte, auf der er seine erdachte Welt festhielt, war die erste, die ich in einem Roman vorfand. Sie hat mich auf jeden Fall geprägt, was mein schriftstellerisches Wirken angeht. In „Elea“ ist mir die Anfertigung einer Landkarte für die Leser auch sehr wichtig. Ich weiß jetzt noch, wie ich damals ständig hin und her geblättert habe, um mir genau die Reise von Frodo und seinen Gefährten vorstellen zu können.

Der letzte Aspekt, der mich vielleicht sogar am meisten begeistert hat, waren die vielen verschiedenen Namen, die dem Leser das Leben bisweilen schwer machen, weil man nicht mehr durchsteigt, welcher Name nun welcher Figur zuzuordnen ist. Dennoch finde ich es eine bemerkenswerte kreative Leistung, sich solche unterschiedlich klingenden Namen passend für jedes Volk auszudenken. Auch davon ist etwas in meine Arbeit hinein geflossen. Für mich spielen dabei zwei Aspekte eine Rolle: Zum einen sollten die Namen nicht schwierig auszusprechen sein, damit der Leser nicht ständig über sie stolpert oder sich im Geiste die Zunge verknotet. Zum anderen soll ihr Klang oder wenn man so will ihre Melodie, die sie transportieren, Aufschluss darüber geben, ob man es mit einem Vertreter des guten oder des bösen Lagers hat.

 

  1. Weißt du schon was nach „Elea“ kommt? Schwirren bereits neue Ideen in deinem Kopf herum?

Oh ja! Mir schwirrt ein ganzer Schwarm von Ideen im Kopf herum. Ich frage mich nur, ob ich so lange lebe, um sie jemals aufs Papier bringen zu können bei dem Tempo, das ich an den Tag lege. Seit November 2011 schreibe ich an „Elea“. Das ist schon eine lange Zeit. Zwei Bände fehlen mir nun noch.

Ich habe schon ein paar Ideen für weitere High-Fantasy-Romane. Die sind einfach meine Leidenschaft. Da kann man so schön, ohne viel recherchieren zu müssen, seiner Fantasie freien Lauf lassen. Einen groben Plot für einen Science-Fiction-Roman habe ich auch schon im Kopf. Außerdem muss ich gestehen, dass ich mich auch mit dem Gedanken trage, das eigentlich schon ausgelutschte, aber nach wie vor sehr beliebte Genre „Vampirroman“ mit einer Geschichte von mir zu bereichern.

 

  1. Hast du auf neobooks ein Lieblingsbuch, welches du empfehlen möchtest?

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich bisher nicht sehr viele Werke, die bei neobooks veröffentlicht werden, gelesen bzw. rezensiert habe. Meine Rezi-Punkte stehen inzwischen auf null. Das sagt ja schon alles. Sterne oder Rezi-Punkte sammeln beruht ja mehr oder weniger auf Gegenseitigkeit und das liegt mir einfach nicht. Ich will frei und unbefangen Werke beurteilen, ohne Angst zu haben, dass ich, wenn mal eine Rezension nicht so gut ausfällt, dann eine Retourkutsche erhalte. Auch im Hinterkopf zu haben, dass da noch ein Autor auf eine Rezension von mir wartet, stresst mich nur unnötig. Das heißt nun aber nicht, dass ich überhaupt nicht lese. Im Gegenteil, seit ein paar Monaten lese ich neben dem Schreiben auch noch recht viel, meist vor dem Zubettgehen. Nur durch das Lesen anderer Bücher kann ich mich weiter entwickeln. Ich suche mir aber die Bücher woanders aus. Es sind darüber hinaus fast nur Selfpublisher. Und wenn mir dann ein Buch außerordentlich gut gefallen hat, dann würdige ich dieses auch in Form einer Rezension an entsprechender Stelle.

Um aber auf eure Frage zurückzukommen. Von den ca. sieben Büchern, die ich bei neobooks rezensiert habe, hat mich „Zwischenreich“ von Coco Sturmbrust am meisten beeindruckt. Ihr Schreibstil ist sicherlich gewöhnungsbedürftig und sagt dem einen oder anderen nicht zu. Aber die zum Teil recht kurzen Sätze und ihre stakkato-artige Aneinanderreihung passen einfach so gut zu dieser Vampir-Geschichte, die überdies noch sehr originell ist.

 

  1. Welchen Tipp würdest du angehenden Autoren mit auf den Weg geben?

Das ist eine gute Frage. Es gibt ja bekanntlich zwei Kategorien von Autoren. Die einen fühlen sich schon von Kindesbeinen an dazu berufen, Geschichten zu schreiben. Schreiben ist sozusagen schon immer ihre Leidenschaft. Die Vertreter der zweiten Gruppe, zu der ich gehöre, entdecken erst recht spät in ihrem Leben ihre Liebe zum schriftstellerischen Schaffen. Nur soviel: Ich habe es gehasst, Aufsätze in der Schule zu schreiben.

Autoren der zweiten Gruppe kann ich den Rat geben, sich einen oder mehrere Schreibratgeber zu Gemüte zu führen, wenn sie sich ernsthaft mit dem Gedanken tragen, ein Buch zu schreiben, welches sie der Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. Es gibt so viele typische Anfänger-Fehler, die sich dadurch vermeiden lassen. Empfehlenswert wäre es deshalb, dies im Vorfeld zu erledigen. Ich habe dummerweise den umgekehrten Weg gewählt. Ich habe erst tausend Seiten geschrieben. Die vielen Ablehnungen von Verlagen, von denen allerdings eine sehr konstruktiv ausfiel, weil eine Lektorin von meiner Idee überzeugt war, hatten mich schließlich dazu veranlasst, einen Ratgeber zur Hand zu nehmen. Auch wenn ich einiges intuitiv oder auch von meinem Studium der Linguistik herrührend richtig gemacht hatte, gab es noch mindestens genauso viele Aspekte, die verbesserungswürdig waren. Zusammen mit den drei Tipps der besagten Lektorin ging ich dann den mühsamen, aber doch sehr lehrreichen Weg und habe mein komplettes Werk entsprechend überarbeitet. So gesehen finde ich Schreibratgeber sehr sinnvoll. Sie ermöglichen jedem angehenden Autor das Schreibhandwerk zu erlernen. Wenn man dann noch Zeit findet zu lesen, kann dies einem in seiner Entwicklung auch noch weitere Anstöße geben, sich zu verbessern. Schriftstellerisches Wirken beinhaltet ein nicht enden wollender Lernprozess.

Und nun ein Tipp, der für beide Kategorien von Autoren gilt: Ganz, ganz wichtig ist, dass man sich nicht von skeptischen Kommentaren seiner Umwelt verunsichern lassen sollte. Augen zu und durch! Als ich mich endlich durchgerungen hatte, dem einen oder anderen zu „verraten“, dass ich an einem Buch schreibe, wurde dies von nicht wenigen belächelt. Dass ich mit meinem „Geschreibsel“ jetzt Geld verdiene, lässt diese nun haushohe Bauklötze staunen.

 

PS: Schnell sein lohnt sich. Den ersten Band „Elea – Die Träne des Drachen“ von Christina Matesic gibt es nur noch bis 10.09 für 1,99 €!


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