Von der Tierärztin zur Erfolgsautorin: Alana Falk im Interview mit neobooks

Alana Falk
Alana Falk

Alana Falk schreibt nicht nur Fantasy, sondern als Laura Wilkes beziehungsweise Emilia Lucas auch New-Adult- und Erotikromane. Als Teilnehmerin unseres Schreibseminars wurde sie von unserer Lektorin Martina Wielenberg für Droemer Knaur entdeckt. Vor kurzem war die Autorin, die früher als Tierärztin tätig war, bei uns zu Besuch. Das haben wir natürlich zum Anlass genommen, sie über ihre Erfahrungen auszufragen.

Neobooks: Wie lange bist du schon als Autorin aktiv und wie bist du zum Schreiben gekommen?

Alana: Ich habe 2008 meinen ersten Roman geschrieben und dann eine Pause gemacht. Erst seit 2011 schreibe ich wieder regelmäßig und viel. Das Schreiben liegt mir sehr am Herzen und auch das Veröffentlichen ist sehr wichtig für mich, weil ich das, was ich schreibe, nicht für mich behalten möchte, sondern mich freue, wenn es gelesen wird.

Neobooks: Woher kommen die Ideen für deine Bücher?

Alana: Manchmal hat man so viele, dass man denkt „Geht doch weg, ich kann euch gerade nicht brauchen, ich muss erst noch die aktuellen Projekte fertig machen.“ (lacht) Die meisten Ideen habe ich, wenn ich einen Roman plotte, da kommt immer viel Neues, das gar nicht zum aktuellen Projekt passt. Diese Ideen schreibe ich mir dann für später auf.

Neobooks: Kennst du diese typischen Schreibblockaden dann überhaupt?

Alana: Ich glaube die Blockaden haben gar nicht so unbedingt etwas  mit den Ideen zu tun. Ich kenne nur Autoren, die sagen, sie hätten zu viele Ideen. Da gibt es andere Gründe: Vielleicht ist man nicht zufrieden, mit dem, was man schreibt, befürchtet, an einen vorherigen Erfolg nicht anknüpfen zu können, negative Rückmeldungen zu bekommen oder seinem Thema nicht gerecht zu werden. Bei mir liegt es meistens daran, dass etwas mit dem Plot nicht stimmt. Erst, wenn ich den Fehler gefunden habe, kann ich weiterschreiben. Außerdem ist Recherche für mich auch immer eine gute Inspirationsquelle.

Neobooks: Wie war unser Schreibseminar für dich?

Alana: Ich fand es sehr spannend, einen Einblick in den Verlag zu bekommen und persönlich einen Lektor kennenzulernen. Sonst passiert das ja heutzutage alles immer per Internet. Der persönliche Kontakt ist sehr schön und auch die Arbeit mit anderen Autoren finde ich toll.

Neobooks: Konntest du deine Texte im Seminar weiterentwickeln? Hattest du Probleme, deine Ideen vor anderen vorzustellen?

Alana: Prinzipiell habe ich nichts dagegen, anderen meine Texte vorzustellen, vor allem in persönlichem Rahmen. Im Internet bin ich da natürlich schon sehr vorsichtig, besonders mit Details, die ich für individuell halte. Grundideen sind ja meist sehr ähnlich und aus derselben Grundidee macht jeder Autor eine völlig andere Geschichte, deswegen finde ich das nicht so kritisch und tausche mich darüber auch sehr gerne aus. Wenn ich allerdings etwas zum Testlesen rausgebe, achte ich schon sehr genau darauf, wem ich meine Manuskripte anvertraue. Insgesamt finde ich den Austausch mit anderen Autoren wahnsinnig wichtig für die eigene Kreativität und natürlich macht es auch unheimlich viel Spaß.

Neobooks: War es das erste Mal, dass du mit einem Lektor zusammen an einem Text gearbeitet hast?

Alana: Als ich meinen ersten Roman letztes Jahr veröffentlicht habe, hatte ich ein sehr gutes Lektorat. Bisher habe ich es immer so erlebt, dass die Lektoren sehr freundlich und engagiert sind und sich für die Manuskripte interessieren. Aber der persönliche Kontakt ist nochmal etwas komplett anderes. Bei Frau Wielenberg hatte ich von Anfang an das Gefühl, dass ich nicht irgendetwas aufgedrückt bekomme, sondern wir über alles diskutieren können und sie zugänglich für meine Argumente ist. Natürlich bin ich auch immer bereit, mich von  einem besseren Weg überzeugen zu lassen. Dafür sind Diskussionen eben hilfreich, denn wenn ich meine Meinung nicht überzeugend rüberbringen kann, ist es wohl besser, davon abzurücken. (lacht)

Neobooks: Liest du privat viel? In welchem Genre liest du?

Alana: Früher habe ich fünf bis sechs Bücher pro Woche gelesen. Zurzeit lese ich nicht mehr so viel, da ich ja sehr viel schreibe und für andere Autoren testlese. Hauptsächlich lese ich die Genres, die ich auch schreibe. Gerade wenn ich an einem Fantasyprojekt arbeite, lese ich aber ein anderes Genre. Da habe ich sonst Angst, mich beeinflussen zu lassen. Ich mag auch gerne Erotik, solange es nicht in Richtung Porno abdriftet. Es müssen eher Liebesgeschichten sein, bei denen einfach nichts ausgespart wird.
Ich lese auch sehr gerne historische Liebesromane, also  „Nackenbeißer“, wie man sie so schön nennt. (lacht) Ich mag Geschichten mit verdrehten Figuren, die richtig wehtun.
Ansonsten muss ich sagen: Wenn etwas gut geschrieben ist, dann kann ich eigentlich alles lesen. Toll finde ich zum Beispiel Antje Babendererde. Sie schreibt über Indianer in der heutigen Zeit.
Allerdings lese ich keine Thriller und kein Horror. Ich mag keine Folter oder ähnliches.

Neobooks: Du bist im Social Media-Bereich aktiv. Was hast du hier für Erfahrungen gesammelt? Hast du Tipps für unsere Autoren?

Alana: Mir macht das sehr viel Spaß. Ich finde es toll, dass man so einen engen Kontakt mit den Lesern hat. Die Reaktionen und Feedbacks, die ich auf Posts auf meiner Fanpage bekomme, sind sehr schön. Oft ist es allerdings nicht einfach zu entscheiden, was man als Content bietet. Ständig Rezensionen zu posten, bringt nicht so viel. Es ist besser, mit den Leuten zu interagieren. Das ist es ja auch, was Spaß macht. Man kann auch immer mal wieder Zitate aus dem aktuellen Roman posten oder über den Fortschritt der einzelnen Projekte berichten. Ich habe auch einen LovelyBooks-Account, eine eigene Website, twittere ein bisschen und poste Bilder auf Pinterest, aber das meiste läuft über Facebook.

Neobooks: Liest du privat mehr eBook als Print?

Alana: Das kommt aufs Genre an. Historische Liebesromane lese ich meistens als eBook. Die lese ich hauptsächlich auf Englisch, kann sie dann sofort haben und muss nicht auf die Post warten.
Bei anderen Genres lese ich eher die richtigen Bücher. Vor allem Erotik und Fantasy lese ich auch eher als Printausgabe.

Neobooks: Was würdest du unseren Selfpublishing-Autoren bei neobooks empfehlen?

Alana: Da ich selbst keine Selfpublisherin bin, würde ich mir nicht anmaßen, ihnen etwas zu empfehlen. Ich kann nur sagen, was ich generell als Autor sehr wichtig finde und das ist beispielsweise Kritik von anderen. Die muss auch heftig sein und wehtun können, denn nur damit kann man wirklich arbeiten. Wichtig finde ich auch für andere Autoren testzulesen. Dabei kann man durch die Distanz zum Text sehr gut ein Gespür dafür entwickeln, was funktioniert und was nicht. Das hat mir persönlich sehr weitergeholfen.

Nach ihrem Debütroman Die blutroten Schuhe ist kürzlich Alana Falks zweiter Roman Bis ins Herz der Ewigkeit erschienen. Im Juni dieses Jahres kommt der erste Teil ihrer Trilogie Unendlich heraus.  Wir freuen uns sehr, dass ab September ihre Erotikserie Steal my heart unter ihrem Pseudonym Emilia Lucas im Droemer Knaur Digitalprogramm feelings erscheint. Das Projekt Herz zu verschenken, das

Alana Falk im Schreibseminar vorgestellt hat, wird 2015 ebenfalls bei Droemer Knaur publiziert werden.


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